Grill-Experte

Am Wochenende war uns der Wettergott ja recht wohlgesonnen. Blauer Himmel und angenehm warm. Also haben wir uns am Samstag spontan entschlossen, etwas Platz in der Kühltruhe zu machen und die letzten Steaks und Grillwürstchen zu grillen. Den Grill hatte ich zwar schon in den Keller gebracht, aber dafür war er dann wenigstens sauber.  Meine Frau meinte zwar, für die paar Sachen würde auch der Elektrogrill reichen, aber 1., war der noch vom letzten Sommerurlaub dreckig und 2., ist Grillen ohne Qualm und offenes Feuer kein richtiges Grillen.

Bei unserem Kugelgrill, One Touch Gold von Weber, habe ich schon so ziemlich jede Grillmethode ausprobiert. Direktes Grillen, indirektes Grillen, wenig Kohle, viel Kohle, Deckel auf oder zu. Letztendlich habe ich das indirekte Grillen als das praktikabelste Verfahren auserkoren. Die Kohle oder die Briketts rechts und links verteilt, in der Mitte eine Auffangschale und los gehts. Soweit die Theorie. In der Praxis habe ich immer noch nicht die optimale Mischung aus Holzkohle und Briketts gefunden. Holzkohle brennt schneller an, ist dafür aber auch schneller abgebrannt. Briketts brauchen deutlich länger bis sie grillbereit sind, halten dafür aber auch deutlich länger die Hitze. Ich mische immer nach Lust und Laune.

Gestern hatte ich anscheinend einen schlechten Tag. Das Zeug wollte ums verrecken nicht brennen. Nachdem ich schon eine halbe Flasche Grillanzünder zum befeuern benutzt habe, hatte ich noch die glorreiche Idee, ein paar Grillanzünder draufzulegen. Fataler Fehler. Die Grillanzünder hatte ich mal vor einem Jahr gekauft aber auch nur ein mal benutzt. Leider wusste ich nicht mehr ganz genau warum. Nachdem ich jetzt innerhalb von zwei Minuten unseren gesamten Garten in tief weißen Qualm gehüllt hatte, fiel es mir wieder ein. Die Dinger sind sch…. . OK. Also schnell wieder raus damit. Aber wie? Mit den Finger ging nicht, weil zu heiß. Also mit der Grillzange. Das klappte ganz gut. Jetzt musste ich die immer noch qualmenden Würfel nur noch irgendwie auskriegen. Gartenschlauch her, Wasser marsch. Nachdem ich die Sauerei dann beseitigt hatte, konnte ich mich endlich auf das Grillen an sich konzentrieren.

Eine halbe Stunde später war die Kohle dann einigermaßen durchgeglüht. Dachte ich. Anscheinend wird die Glühtemperatur mit jedem Monat Lagerzeit im Keller  immer höher. Das Grillgut hatte nämlich im Augenblick des Kontaktes mit dem Grillrost selber den Zustand eines Stückes Holzkohle angenommen. Verdammt. Irgendwie habe ich es immer noch nicht richtig drauf. Aber jetzt habe ich ja ein paar Monate Zeit, mich mit der Theorie des Grillens zu beschäftigen. Heute Nachmittag werde ich mal den Grill sauber machen und in den Keller bringen. Wenn er bis dahin ausgeglüht ist.