Canon PowerShot SX1 IS

Seit einiger Zeit spiele ich ja mit dem Gedanken, mir eine digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen. Ich habe mir da auch schon einige potenzielle Kandidaten angesehen und würde wenn überhaupt eine Nikon kaufen. Zwischenzeitlich haben sich da aber neue Perspektiven aufgetan und ich bin mir wieder unsicher, ob eine DSLR für mich, zum jetzigen Zeitpunkt, das richtige wäre.
Canon hat auf der Photokina einige neue Modelle vorgestellt und da gefällt mir eine Kamera eigentlich ganz gut. Die PowerShot SX1 IS ist eine Bridgekamera mit Weitwinkelobjektiv und 20fach optichem Zoom. Das allein st ja noch nicht wirklich was besonderes, aber die Canon hat als erste Kompaktkamera einen CMOS-Sensor eingebaut bekommen. Und genau aus diesem Grund finde ich die Kamera interessant. Als weiteres Highlight kann man damit auch Videos in HD-Qualität (1080, 30p) aufnehmen und über die HDMI-Schnittstelle auf einem Fernseher wiedergeben. OK, wir haben (noch) keinen HD-Fernseher.
Das Objektiv scheint recht lichtstark zu sein und soll dank Ultraschallmotor einen schnellen Autofokus haben. Ebenso ist ein optischer Bildstabilisator mit an Bord. Als weiterer Vorteil ist die Kompatibilität mit den Canon EX Speedlite-Blitzgeräten, wobei das jetzt für mich kein Kaufkriterium ist. Mich reizt im Moment einfach der günstigere Preis von ca. 450,-€ im Vergleich zu knapp 1000,-€, die ich für eine Nikon D90 anlegen müsste. Zumal ich bei der Canon für fast alle Gelegenheiten das passende Objektiv immer mit dabei hätte. Eigentlich gefallen mir die Kameras von Canon optisch nicht so gut, aber darüber würde ich in diesem Fall mal hinwegsehen. Die Kamera soll im Dezember auf den Markt kommen, dann werde ich mal zu meinem Fachhändler gehen und sie mir mal genauer anschauen. Vielleicht liegt sie dann schon bald unter dem Weihnachtsbaum.
Kommentare
THEMA CANON SX1 IS
Ich habe meine SX1 gleich am ersten Tag, als sie im MediaMarkt endlich eingetroffen war, abgeholt. Ich hatte mich schon monatelang riesig auf diese Kamera gefreut. Nachdem ich jetzt in etwa vier Wochen rund 2000 Fotos mit der SX1 gemacht habe, muss ich sagen: alles Mist! Vor der SX1 hatte ich seit ihrem Erscheinen eine S5 und davor die S3. Das waren überzeugende Kameras, mit denen fast jeder Schuss gelang.
Was mich in den vollmundigen Vorankündigungen an der SX1 gereizt hatte, waren der 28er Weitwinkel, die höhere Auflösung (10 statt 8 Millionen Pixel) und der CMOS-Sensor, mit dem man angeblich im Halbdunkel noch rauschfreie Bilder schießen konnte. Das stimmt aber leider überhaupt nicht! Mit der S5 habe ich viel bessere Fotos gemacht, nicht nur in dunkler Umgebung, sondern überhaupt. Am meisten nervt mich, dass die SX1 ständig unscharfe Fotos produziert, die man einfach nur wegschmeißen kann, um sich nie wieder über sie ärgern zu müssen. Ich war oft richtig traurig, weil viele Motive nicht wiederholbar waren.
Ich könnte mich jetzt noch stundenlang über Detailverschlechterungen auslassen. Einige Beispiele nur sind der Power-Schalter und die Umschaltung auf den Play-Modus: viel umständlicher als bei der S5! Und besonders bescheuert ist eine Art Mini-Jogwheel, mit dem man ewig herumfummeln muss, um die Belichtung zu steuern. Bei der S5 gab es eine exakt bedienbare Wippe, die pro Klick die Belichtung um eine Stufe rauf oder runter bewegte. Und dann die Nahaufnahmetaste, die man ständig aus Versehen drückt, ebenso wie die ISO-Einstellung. Das war alles besser beim Vorgänger. Ich habe wirklich den Eindruck, dass bei Canon der Chefdesigner gefeuert wurde und das Rad neu erfunden werden musste – von Azubis!
Die einzigen echten Verbesserungen sind dagegen geringfügig: Batteriefach und Kartenfach haben (wie schon bei der S3) separate Deckel, so dass die Akkus nicht beim Kartenwechsel ständig herauspurzeln wie bei der S5. Dazu kommt die Möglichkeit, einen UV-Filter vor die Linse schrauben zu können, mit dem man sich einen Objektivdeckel sparen kann (der bei der SX1 allerdings ohnehin bar jeder Befestigungsmöglichkeit mitgeliefert wird, also sehr leicht verloren gehen kann).
Last not least: Die Filme ruckeln trotz Verwendung schneller Karten. Für dieses Phänomen gibt es aber offenbar Abhilfe, wie in verschiedenen Foren zu lesen ist.
Tja, mein Fazit ist niederschmetternd. Ich werde die Kamera bald versteigern und vermutlich auf eine andere Marke umsteigen, da bei Canon nicht mit einem baldigen Nachfolger zu rechnen ist, der unter weniger Krankheiten leidet.
Vielen Dank für den “tollen” Erfahrungsbericht.
Das spricht ja nicht gerade für die Canon.
Zur Zeit habe ich eine gebrauchte Canon Powershot G9 zum Testen zuhause. Das ist zwar eine Superkamera,
aber vom Handling her bin ich nicht wirklich überzeugt. Im Moment tendiere ich auch eher dazu, mir eine Panasonic Lumix G1
anzuschaffen. Von der hört man nur Gutes. Mal sehen, wohin es geht.